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Statt Blumen lieber Spenden für Kinder – Interview des Kasseler Prinzenpaar 2015

Monika (48) und Michael Vaupel (50) sind ab dem 11.11.15 als Prinz Michael III. und Prinzessin Monika das Prinzenpaar der Gemeinschaft Kasseler Karnevalsgesellschaften (GKK). Wir sprachen mit den beiden langjährigen Karnevalisten über das närrische Treiben in Kassel und die Motivation, in Nordhessen Prinzenpaar zu werden.

GKK: Karneval und Kassel – da reibt sich mancher Zeitgenosse immer noch die Augen…

Michael: Karneval spielt sich in Kassel vor allen Dingen in den Bürger- und Veranstaltungshäusern und nicht wie im Rheinland auf der Straße und in den Kneipen ab. Viele Kasseler wissen gar nicht, wie ausgeprägt der Saalkarneval bei uns ist. Zwischen 11.11. und Weihnachten und dann wieder zwischen Neujahr und Aschermittwoch findet fast jedes Wochenende irgendwo eine karnevalistische Sitzung, ein Ball, Kinderkarneval oder andere karnevalistische Veranstaltungen statt.

Monika: Vor allen Dingen ist aber die Arbeit der Karnevalsvereine vorbildlich und für unsere Stadt auch jugend- und sozialpolitische total wichtig. Hier wird das ganze Jahr über sehr intensive Kinder- und Jugendarbeit im karnevalistischen Tanzsport betrieben.

GKK: Wie kommt man auf die Idee Prinz und Prinzessin zu werden?

Michael: Wir sind seit über 10 Jahren im Karnevalsverein „Die Pääreschwänze“ aktiv. Für einen echten Karnevalisten stellt sich dann einfach irgendwann die Frage, ob man nicht auch einmal dieses repräsentative Amt übernehmen möchte. Da unser Verein in diesem Jahr 66 Jahre alt wird, haben wir uns beworben.

Monika: Gut ist, dass wir ja auch privat ein Ehepaar sind und sich dadurch viele Termine leichter koordinieren lassen. Außerdem waren wir auch in den letzten Jahren schon bei vielen Veranstaltungen und feiern einfach gerne mit anderen Menschen. Uns liegt die karnevalistische Tradition und das Pflegen der Gemeinschaft am Herzen. Karneval ganz ganz authentisch Spaß bereiten.

GKK: Politiker verkünden nach Ihrer Wahl ein Programm. Haben sie auch Ziele für ihre Regentschaft?

Michael: (lacht) In der Politik wird nach 100 Tagen ein erstes Resümee gezogen, doch dann ist für uns die Session schon fast wieder vorbei. Deshalb müssen wir gleich richtig starten. Wichtig ist uns, dass wir das Prinzenpaar aller Karnevalisten sind, die Einheit und gleichzeitig Vielfalt im Kasseler Karneval sichtbar werden lassen. Ein Prinzenpaar hat sich aus der Tagespolitik heraus zu halten, das gilt besonders auch mit Blick auf die Kommunalwahl im März. Aber durch unser Auftreten wollen wir schon auch zeigen, dass der Karneval offen für alle Menschen ist und zur Menschlichkeit in einer Stadt beiträgt. Das soll auch durch unseren Wahlspruch deutlich werden: „Egal was Du hast, woher Du auch bist / was Du im Herzen trägst, nur wichtig ist. / Es regieren Kassel, jetzt in dieser Zeit / Gemeinschaft, Spaß und Menschlichkeit!“

Monika: Jedes Prinzenpaar ist anders. Es gab welche, die waren besonders originell andere konnten hervorragend Schunkelstimmung verbreiten. Wir sind eher das Prinzenpaar „wie du und ich“. Außerdem wollen wir auch ein Zeichen setzen: Statt Blumengeschenke wünschen wir uns von Veranstaltern eine Spende für die Aktion „Kinder für Nordhessen“. Über 2,5 Millionen Euro sind seit 2007 an über 1000 Antragsteller ausgezahlt worden. Mit dem Geld werden Projekte in Grundschulen gefördert. Da wollen wir helfen, gerade auch in dieser Zeit, wo die Grundschulen eine wichtige Integrationsleistung vollbringen.

GKK: Und was ist nach Aschermittwoch?

Michael: Ähnlich wie die Zisselhoheiten auch nach dem Wasserfest den Zissel repräsentieren sind wir bis zum 11.11.2016 bei vielen Festen und Empfängen eingeladen. Als amtierendes Prinzenpaar wollen wir Kassel auch im Sommer gut vertreten und Vorfreude auf die nächste närrische Zeit wecken.

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