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Interview: Ein junges Prinzenpaar mit Volksfesterfahrung

36728_086Seit dem 11.11 hat Kassel ein neues Prinzenpaar. Für ein Jahr sind Sonja (28) und Stefan Hoffmann (32) als Prinz Stefan I. und Prinzessin Sonja Repräsentanten der Gemeinschaft Kasseler Karnevalgesellschaften (GKK). Das in Kassel gebohrene und in Fuldabrück-Bergshausen lebende Ehepaar liebt die Kasseler Volksfeste: Sie sind im Karnevalsverein „Die M-Einser“ und beim Zissel engagiert. Wir sprachen mit den beiden Karnevalisten über das närrische Treiben in Kassel und die Motivation in Nordhessen Prinzenpaar zu werden.

GKK: Karneval und Kassel – da reibt sich mancher Zeitgenosse immer noch die Augen…

Stefan: Karneval spielt sich in Kassel vor allen Dingen in den Bürger- und Veranstaltungshäusern und nicht wie in den Hochburgen an Main und Rhein auf der Straße und in den Kneipen ab. Viele Kasseler wissen gar nicht, wie ausgeprägt der Saalkarneval bei uns ist. Zwischen 11.11. und Weihnachten und dann wieder zwischen Neujahr und Aschermittwoch findet fast jedes Wochenende irgendwo eine karnevalistische Sitzung, ein Ball, Kinderkarneval oder andere karnevalistische Veranstaltungen statt.

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Sonja: Vor allen Dingen ist aber die Arbeit der Karnevalsvereine vorbildlich und für unsere Stadt total wichtig. Hier wird das ganze Jahr über sehr intensive Kinder- und Jugendarbeit im karnevalistischen Tanzsport betrieben. Besonders hervorzuheben ist hierbei das soziale Engamenet der Aktiven und Trainer, ohne die all dies nicht möglich wäre.

GKK: Wie kommt man auf die Idee Prinz und Prinzessin zu werden?

Sonja: Ich war ja schon einmal Prinzessin. 2012/13 war ich Fulleprinzessin und habe beim Zissel gemerkt, dass ich gerne ein Volksfest repräsentiere und mit Menschen in Kontakt komme. Dass es Karneval mit Büttenreden und Verkleidung gibt, habe ich schon als Kind mitbekommen. In der Nachbarwohnung wohnte Patrick Hartmann. Bevor er später Präsident der Gemeinschaft Kasseler Karnevalvereine wurde und das Amt 2015 abgab, übte er daheim immer lautstark seine Büttenreden. Da habe ich ihm sozusagen durch die Wand gehört und kannte die Reden schon vor der Premiere.

36728_065Stefan: Als Sonja Fulleprinzessin war, waren wir schon ein Paar und ich durfte sie in dieser Rolle erleben. Als ich jetzt vom „Club ehemaliger Prinzen“ gefragt wurde, ob ich Prinz werden möchte, habe ich mir gedacht – wie cool, eine erfahrende Prinzessin habe ich schon an meiner Seite. Mit seiner eigenen Frau Prinzenpaar zu sein, ist schon eine besondere Erfahrung. Damit das funktioniert, stehen unsere jeweiligen Eltern hinter uns und unterstützen uns. Immerhin müssen auch unsere beiden Hunde „Bailey“ und „Monty“ versorgt werden.

Sonja: Ja, gut ist, dass wir ja auch privat ein Ehepaar sind und sich dadurch viele Termine leichter koordinieren lassen. Außerdem waren wir auch in den letzten Jahren schon bei vielen Veranstaltungen und feiern einfach gerne mit anderen Menschen. Uns liegt die karnevalistische Tradition und das Pflegen der Gemeinschaft am Herzen.

GKK: Politiker verkünden nach Ihrer Wahl ein Programm. Haben sie auch Ziele für ihre Regentschaft?

Stefan: (schmunzelt) Politiker haben 100 Tage Eingewöhnungszeit. Als Prinzenpaar starten wir am 11.11. direkt durch. Wichtig ist uns, dass wir das Prinzenpaar aller Karnevalisten sind, die Einheit und gleichzeitig Vielfalt im Kasseler Karneval sichtbar werden lassen. Besonders das Wort Gemeinschaft ist uns wichtig. Feier geht besonders gut in Gemeinschaft. Aber auch Engagement für den Karneval und dafür, dass viele Menschen sich ein paar Stunden vom Alltag erholen können, geht gemeinsam besonders gut. Am Karneval liebe ich, dass er ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringt. Da schunkelt der LKW-Fahrer mit dem Politiker, der Firmenboss lacht mit der Reinigungskraft.

Sonja: Jedes Prinzenpaar ist anders. Wir wollen durch unser Alter zeigen, dass der Karneval jung ist, dass es vor allen Dingen junge Leute sind, die als Tänzerinnen und Tänzer den Karneval in Kassel prägen. Kassel hat in diesem Jahr das Motto „Stadt der Jugend“ ausgerufen. Da passen wir doch gut dazu, oder?

GKK: Und was ist nach Aschermittwoch?

Sonja: Das kenne ich ja schon vom Zissel: Ähnlich wie die Zisselhoheiten auch nach dem Wasserfest den Zissel repräsentieren sind wir bis zum 11.11.2017 bei vielen Festen und Empfängen eingeladen. Als amtierendes Prinzenpaar wollen wir Kassel auch im Sommer gut vertreten und Vorfreude auf die nächste närrische Zeit wecken. Aber jetzt freuen wir uns erst einmal auf die ersten Veranstaltungen in diesem Jahr.

(Foto: Fotostudio Bär)

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